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Einsatz nach Gasexplosion in Wohnhaus

Am Freitag, den 07.11.2025, ereignete sich in der Stadt Wolfenbüttel eine verheerende Gasexplosion in einem Reihenmittelhaus.

Unmittelbar nach dem Ereignis wurde das THW von der Feuerwehr Wolfenbüttel zur Einsatzstelle alarmiert. Der Zugführer des Technischen Zuges machte sich gemeinsam mit dem Zugtruppführer sofort auf den Weg. Die übrigen Helfer, die sich bereits in der Unterkunft befanden, besetzten den Gerätekraftwagen und folgten zur Einsatzstelle.

Vor Ort wurden wir von der Einsatzleitung der Feuerwehr in Empfang genommen und in die Lage eingewiesen. Zu diesem Zeitpunkt ging man davon aus, dass sich in dem eingestürzten Gebäude noch eine Person befindet. Während die Feuerwehr den Brand bekämpfte, erhielt das THW den Auftrag zur technischen Rettung. Schnell wurde klar, dass ohne zusätzliche THW-Technik ein weiteres Vorgehen nicht möglich war. Daher wurde in Abstimmung mit der Einsatzleitung die Fachgruppe Ortung des THW-Ortsverbandes Wolfenbüttel nachgefordert.

Die Fachgruppe Ortung sollte mithilfe der SearchCam, einer Endoskopkamera, sämtliche Hohlräume nach der vermissten Person durchsuchen. Um die Ortung vollständig durchführen zu können, waren kleinere Abstützmaßnahmen erforderlich, die durch die Bergungsgruppen des THW Wolfenbüttel übernommen wurden. Zusätzlich unterstützte eine Bergungsgruppe aus dem THW-Ortsverband Braunschweig bei der Beseitigung der ersten Trümmer, um die Zugänglichkeit zu verbessern.

Nach dem Eintreffen der Fachgruppe Ortung begann die Erkundung der zugänglichen Hohlräume. Bevor schweres Gerät eingesetzt werden konnte, musste sichergestellt werden, dass sich die vermisste Person nicht in einem der durch die SearchCam erreichbaren Bereiche befindet. Der Einsatz von Geophonen war aufgrund der Trümmerstruktur nicht sinnvoll. Um alle Hohlräume untersuchen zu können, setzte die Fachgruppe Ortung ein Kernbohrgerät ein. Teilweise erfolgten diese Arbeiten unter Umluft unabhängigem Atemschutz, da sich Brandgase im Gebäude gesammelt hatten.

Gemeinsam mit der Einsatzleitung wurde entschieden, dass für die weitere technische Rettung schweres Gerät erforderlich ist. Ein Kettenbagger sowie ein Kran wurden von einem privaten Bauunternehmen angefordert. Damit der Kettenbagger die Einsatzstelle erreichen konnte, mussten mehrere Gärten passiert werden. Um Schäden zu minimieren, demontierte eine Bergungsgruppe des THW Zäune und sicherte persönliche Gegenstände. Außerdem wurden kleinere Bäume gefällt. Für die Ausleuchtung der Einsatzstelle setzte das THW unter anderem den Lichtmast des Ortsverbandes Wolfenbüttel ein.

Nachdem der Kettenbagger vor Ort war und die Arbeiten begann, konnte das Personal reduziert werden. Da weiterhin die Möglichkeit bestand, die vermisste Person unter den Trümmern zu finden, richteten wir einen Bereitstellungsraum in der nahegelegenen THW-Unterkunft ein. Die Trümmerstruktur war sehr fein, sodass sämtliche Räume ausgefüllt waren. Zur Sicherung der Nachbargebäude wurden technische Berater Bau des THW hinzugezogen. Zusätzlich überwachte das Einsatzstellen-Sicherungssystem die Standsicherheit. Weitere Unterstützung kam vom Zugtrupp des zweiten Technischen Zuges aus Braunschweig sowie vom Leitungs- und Koordinierungsstab der THW-Regionalstelle Braunschweig.

Nachdem alle Trümmer gründlich durchsucht waren, mussten wir leider feststellen, dass die vermisste Person nicht gefunden werden konnte. Zur abschließenden Kontrolle wurden drei Trümmersuchhunde des THW-Ortsverbandes Ronnenberg eingesetzt – ebenfalls ohne Erfolg.

Daraufhin entschied die Einsatzleitung, die Arbeiten bis auf Weiteres einzustellen. Am Nachmittag des 08.11.2025 bauten wir die Beleuchtung zurück und beendeten den Einsatz. Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Polizei oder anderer Behörden sind derzeit in Vorbereitung.

Wir möchten die Einsatzleitung der Feuerwehr ausdrücklich loben: Durch ihre souveränen Entscheidungen konnte der Einsatz in kürzester Zeit abgearbeitet werden. Die Zusammenarbeit mit allen Kräften, insbesondere der Feuerwehr, war absolut reibungslos und professionell.

Neben dem THW-Ortsverband Wolfenbüttel waren Kräfte aus den Ortsverbänden Sarstedt, Hannover, Langenhagen, Ronnenberg, Braunschweig, Northeim und Schöningen im Einsatz.

Ein Einsatz dieser Dimension ist nicht alltäglich. Die ersten Nachbesprechungen zur Aufarbeitung sind bereits terminiert.


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